Presse

   

  Limmattaler Zeitung 13. März 2014

Alles begann in einem alten Kuhstall in Urdorf. Metallbauer Martin Hoppler hatte darin seine Werkstatt eingerichtet, als er sich um einen Ausführungsauftrag für eine Skulptur des weltbekannten Pop-Art-Künstlers Olaf Breuning für das Baur au Lac in Zürich bewarb. Hopplers Umsetzungsvorschlag überzeugte den New Yorker, und so erhielt er den Zuschlag. Seither arbeitete der Urdorfer immer wieder für Breuning; seine Arbeiten führten ihn nach Paris und vergangenes Jahr sogar nach Toronto. Der Weg dorthin war von Euphorie, Rückschlägen und viel Arbeit geprägt.

«Ursprünglich sollte in Toronto eine Achterbahn-Skulptur mit dem Titel ‹Life is a Rollercoaster› entstehen», weiss Hoppler. Bei der Montage zweier Skulpturen in Paris im August 2011 sprachen der Künstler und der Kunsthandwerker erstmals über den Wettbewerb, den die Stadt Toronto für ein Kunstprojekt ausgeschrieben hatte.

Nach ihrer Rückkehr aus Frankreich machten sich die beiden daran, ein Modell nach Breunings Vorstellungen zu bauen. Drei Monate später flog der New Yorker nach Kanada, um seine Arbeit zu präsentieren – er selbst rechnete sich kaum Chancen aus, den Wettbewerb zu gewinnen. Doch dann, eines Nachts um 23 Uhr klingelte bei Hoppler das Telefon: sie hatten den Auftrag. «Die Freude war für beide riesengross», sagt er. Doch bald folgte die Ernüchterung: Die Wettbewerbskommission teilte Breuning mit, dass seine Achterbahn wegen ihrer Höhe von 12 Metern nicht umgesetzt werden könne. Kurzerhand entwarf er mit den «Guardians» – den Wächtern – im Januar 2012 ein neues Projekt mit fünf Figuren, die an Steinmännchen in den Bergen erinnern.

Die Skizze schickte er umgehend an Hoppler, der sich in der Folge überlegte, wie er die Skulpturen, die an Steinmännchen in den Bergen erinnern, möglichst elegant anfertigen könnte. «Für mich war von Anfang an klar, dass an diesen Figuren keine einzige Schraube sichtbar sein soll», sagt er. Im Schlieremer Gasi-Areal, wo Hoppler 20.... seine Firma Metall & Holz GmbH eingerichtet hatte begann der Metallbauer, zu tüfteln und 3D-Modelle zu entwickeln. «Ich arbeitete nächtelang daran und glich meine Computer-Pläne immer wieder mit Olaf ab, um möglichst nah an seine Vorstellung der Skulpturen zu kommen», sagt der Metallbauer. Insgesamt dauerte die Planungsarbeit rund 1000 Stunden.

Darauf folgte ab Juli 2012 die Produktionsarbeit in der Werkstatt. Aus rund 10 000 Einzelteilen, 1,5 Tonnen Aluminium und 4,5 Tonnen Stahl fertigte Hoppler mit fünf Mitarbeitern zunächst die Innenkonstruktion und anschliessend die Skulpturen an. Im August 2013 wurden die fertigen Metallkörper von Schlieren über Antwerpen und Montreal nach Toronto verschifft. Im Oktober folgte die Montage in Übersee. Zusammen mit seinen Brüdern Adrian und Stefan sowie einem befreundeten Metallbauer stülpte der Urdorfer die Aussenhüllen aus Aluminium in Präzisionsarbeit über die Stahlträger. Dann stand das Werk.

Alle Beteiligten waren mit dem Ergebnis hochzufrieden, wie Hoppler sagt. Das Nervenaufreibende am Breuning-Projekt sei aber nicht etwa der Transport und die Montage der Skulpturen gewesen, sondern der Spiessrutenlauf durch die kanadischen Behörden. «Um alle Rechtsfragen zu klären schrieb ich im Verlauf zweier Jahre insgesamt 3000 E-Mails», so Hoppler. Während des zweieinhalbwöchigen Montage-Aufenthalts in Toronto habe sein Team aber dafür eine unglaubliche Gastfreundschaft erfahren.

Mit Breuning entwickelte sich im Verlauf der jahrelangen Zusammenarbeit gar ein freundschaftliches Verhältnis. «Olaf bittet mich auch bei Projekten, die nicht ich für ihn umsetze, um Rat», so Hoppler.

Und das Projekt in Toronto dürfte nicht das Letzte gewesen sein, das er für den Pop-Artisten realisiert: Breuning wird an der nächsten Art Basel ausstellen. «Ich hoffe, dass die Kuratoren auf seine Metallskulpturen setzen. Dann wäre ich wohl wieder mit von der Partie», sagt der Urdorfer. Doch ist es nicht frustrierend, wenn man tausende Stunden Arbeit in die Umsetzung eines Kunstobjekts steckt, und am Ende darunter nur der Name des Künstlers steht? «Überhaupt nicht», sagt Hoppler, «für mich ist es eine riesen Ehre, für einen Künstler dieses Formats zu arbeiten. Ich sehe mich als seine ausführende rechte Hand.»

 


Urban Toronto 30. Oktober 2014

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 Ausschnitte aus dem Kunstkatalog "Small Medium Large"

 

  

 

 


Limmattaler Zeitung 30. Oktober 2010

Organisation ist alles. So könnte man das Motto beschreiben, unter dem der Schlieremer Martin Hoppler momentan arbeitet. Und die Zeit läuft. Der 31-Jährige fertigt sieben Skulpturen für den berühmten Schweizer Künstler Olaf Breuning an. am 6. November findet im Park des Zürcher Luxushotels Baur au Lac die Vernissage statt. Dann muss alles perfekt sein.

Momentan liegt Hoppler noch voll im Zeitplan. Morgens arbeitet er als Angestellter in einem Metallbauunternehmen in Oerlikon. Mittags fährt er dann nach Urdorf in die kleine Werkstatt, die er mit seinem Bruder Stefan gemietet hat. Zusammen haben sie das Unternehmen Holz & Metall Hoppler gegründet. Während Stefan bereits zu 100 Prozent selbstständig ist, reduzierte Martin sein Pensum zuerst nur leicht. Dann kam der Kontakt mit Olaf Breuning zustande. Dessen Galerist, Nicola von Senger, habe im Frühjahr verschiedene Schlosser und Kunstschmiede kontaktiert. Er war auf der Suche nach einem Produzenten für die Metallskulpturen des Künstlers: «Das ist genau das, was ich machen möchte», erklärt Martin Hoppler seine Motivation, «ich habe alles daran gesetzt, zu zeigen, dass ich dafür der richtige bin.» Durchgearbeitete Nächte inklusive.

Hoppler ist gelernter Kunst- und Metallbauschlosser. Nach vielfältigen Berufserfahrungen ist für ihn klar, dass seine Zukunft in der Selbständigkeit liegen soll: «Ich bin gerne mein eigener Chef.» Dafür ist er auch bereit, viel zu investieren. So ist sein Schlaf im Zuge dieses Projektes zu kurz geraten. Oft verbringe er den Feierabend mit seiner Freundin und gehe dann zu später Stunde noch einmal an die Arbeit, erklärt er.

 

Jede Schraube muss sitzen

Von der Zusammenarbeit mit Olaf Breuning weiss Hoppler nur Gutes zu berichten: Sowohl menschlich als auch fachlich klappe es zwischen ihnen ausgezeichnet. Von Starallüren keine Spur. Breuning liefert dem Schlieremer jeweils Fotos der fertigen Holzmodelle. Hoppler fertigt mit dem Zeichenprogramm CAD exakte Pläne der Skulpturen an, und schickt diese dem Künstler zur Ansicht. «Ich halte mich ganz exakt an alle Details. Sogar die Schrauben werden eins zu eins übernommen», erklärt er seine Arbeitsauffassung. Seine Aufgabe sei es, so zu arbeiten, dass Breuning möglichst wenig Zeit für Absprachen einsetzen muss. Der in Schaffhausen geborene Künstler wohnt mittlerweile in New York und kann nicht eben einmal in der Werkstatt vorbei kommen.

Möchte Hoppler nicht lieber selbst kreativ arbeiten, anstatt die Ideen von jemand anders umzusetzen? «Der Auftrag von Olaf Breuning war ein absoluter Glücksfall. Er ist eine wunderbare Startrampe für mich», erklärt er. Allerdings könnte er sich durchaus vorstellen, künftig auch eigene Skulpturen zu schaffen. Vorerst ist er aber froh, dass sein Start in die Selbstständigkeit mit dem Grossauftrag geglückt ist.

Gute Organisation braucht Hoppler aber nicht nur, um seine Zeit zwischen den beiden Arbeiten gut einzuteilen, sondern auch, um die Skulpturen in den engen räumlichen Verhältnissen seiner Werkstatt durchführen zu können. Die Schweissarbeiten führt er alle auf dem Vorplatz im Freien aus. In den letzten Tagen wurde dies zusehends ungemütlicher mit den kalten Temperaturen. Für die mehr als mannsgrossen Skulpturen braucht es auch ein durchdachtes Konzept, wie diese stückweise so angefertigt werden können, dass sie mit einer Lastwagenfahrt ins Hotel Baur au Lac transportiert werden können. Die grösste Skulptur wiegt schlussendlich rund 800 Kilogramm – für einen Einmannbetrieb auch eine logistische Herausforderung. Wobei Hoppler immer auf die Unterstützung seiner Familie zählen kann. Seine beiden Brüder sind Schreiner und helfen gerne mit.

Hoffen auf weitere Aufträge

Vorerst gilt es, die sieben Skulpturen termingerecht fertigzustellen, nach Zürich zu transportieren und im Park aufzustellen. Für die Zukunft hofft Hoppler, dass die Zusammenarbeit mit Breuning noch weiter anhält. Dies hängt aber auch vom kommerziellen Erfolg der Skulpturen ab: «Es wäre schön, wenn man einige davon auf öffentlichen Plätzen antreffen würde», so Hoppler. Und wenn Skulpturen nachbestellt würden, so hätte er auch neue Aufträge. Auch Arbeiten, die im Ausland ausgestellt würden, könnten ihn reizen: «ich würde für Olaf auch auf dem Mond eine Skulptur bauen», sagt er lachend.